Digitaler Überflieger

ZÜBLIN zeigt beim Projekt Carlsberg City District in Kopenhagen, was digitale Tools heute leisten können.

Die Bilder, die Tomas Miskinis aus vielen Gigabytes an Daten auf seinem Laptop kreiert, wirken wie surreale Kunstwerke. Man erkennt das Areal der Baustelle Carlsberg City District in Kopenhagen, das wie eine riesige Lücke zwischen den umstehenden Backsteingebäuden klafft. Darüber sind in verschiedenen Farben virtuelle Strukturen gelegt, Umrisse künftiger Bauten, des Untergrunds oder Verläufe von Rohren – und auch Baumaschinen wie Krane und Bagger. Um Kunst freilich geht es Tomas Miskinis, Ingenieur und BIM-Designer bei ZÜBLIN A/S in Dänemark, bei seiner Arbeit nicht. Er will mit diesen virtuellen Bauwerksmodellen die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Projektbeteiligten verbessern – und Kollisionen auf der Baustelle vermeiden.

Sehen Sie hier, wie aus von Drohnen erstellten 3D-Scans digitale Modelle der Baustelle und künftigen Gebäude entstehen und wie alle Beteiligten des Carlsberg City Districts davon profitieren.

Carlsberg City District

Ein neuer Stadtteil an einem traditionsreichen Ort

Wo die weltbekannte Brauerei Carlsberg mehr als 150 Jahre lang Bier braute, entsteht ein neues Stadtviertel. Unter anderem mit neun Hochhäusern, zwei davon – den Dahlerup und Vogelius Tower – baut ZÜBLIN A/S. Der Auftrag umfasst außerdem vier Nebengebäude, das Caroline, das Kjeldahl, das Forchhammer und das Djørup House.

Eine 3D-Punktwolke vom Carlsberg City District – entstanden ist sie durch die dreidimensionale Vermessung der Baustelle durch eine Drohne.
Die Luftaufnahme zeigt, wo bis zum Jahr 2021 ein neues Stadtviertel mit neun Hochhäusern entstehen soll. Zwei davon, den Dahlerup und Vogelius Tower, baut ZÜBLIN.
Drohnenpilot Ashley Pearce vom dänischen Vermessungsunternehmen HML installiert die Drohne auf der Baustelle.
Ein Flug über das gesamte Areal dauert etwa 15 Minuten. Dabei werden hunderte Bilder von der Baustelle aufgenommen.
Aus den Bilddaten werden dreidimensionale Modelle errechnet. Außerdem dienen die Aufnahmen der Baudokumentation und Volumenberechnung.
Aus den Bilddaten werden dreidimensionale Modelle errechnet. Außerdem dienen die Aufnahmen der Baudokumentation und Volumenberechnung.
Peter Starup (links), Leiter der Drohnen- und Laserscan-Abteilung bei HLM, und Drohnenpilot Ashley Pearce besprechen auf der Baustelle den nächsten Drohneneinsatz.
Peter Starup bei der Arbeit mit einem 3D-Laser-Scanner.
Ingenieur und BIM-Designer Tomas Miskinis überführt die 3D-Scans in ein digitales Bauwerksmodell.
Mit den virtuellen Bauwerksmodellen kann Tomas Miskinis die Planungen aktualisieren, Bewegungen auf der Baustelle visualisieren und anstehende Aktivitäten simulieren.
ZÜBLIN-Projektmanager Svend Christensen – er sagt, dass die Arbeit durch die Anwendungen digitaler Tools intuitiver werde.
Die Brauerei Carlsberg ist der Namensgeber des neuen Stadtteils in Kopenhagen. Mehr als 150 Jahre lange braute hier die weltbekannte Brauerei Bier. Nun entstehen dort Wohnungen und Restaurants.

Kooperation statt Konkurrenz

Mit dem BIM-Werkzeug Pix4D in Verbindung mit Navisworks gelang es beim Projekt Carlsberg City District, eine besondere geotechnische Herausforderung zu lösen: ZÜBLIN arbeitet beim Dahlerup Tower und Caroline House in direkter Nachbarschaft zum dänischen Mitbewerber Aarsleff. Das Unternehmen hatte bereits Bodenanker in Richtung der ZÜBLIN-Baustelle installiert, in einem Gebiet, in dem auch zahlreiche Rohre unterirdisch verlaufen. Um Kollisionen zu vermeiden, überarbeitete ZÜBLIN das ursprüngliche Design auf ihrem Baufeld.

Ein Prozess, bei dem die beiden ZÜBLIN-Bereiche Geotechnisches Design und BIM kooperierten – aber auch die Mitbewerber untereinander, wie Ole Berard vom ZÜBLIN BIM-Team berichtet: „Aarsleff stellte uns sein BIM-Modell, eine weitere Partei die Pläne der unterirdischen Rohrleitungen zur Verfügung. Zusammen mit unseren Drohnen-3D-Scans bestimmten wir die genaue Position der Bodenanker und Rohre und passten unser Modell entsprechend an. Die Ausrichtungen und Tiefen der Bodenanker wurden dabei verändert und Kollisionen mit den schon gesetzten Bodenankern des Mitbewerbers vermieden.“

„Wer kommuniziert, ist innovativer“
Svend Christensen
Projektmanager, ZÜBLIN A/S